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1967 bis jetzt auf der Welt - geboren in München, lebt seit 1990 in Köln. Seine Heimatbühne ist das Stollwerck.
1995
bis 2000 Solokabarett
2000
bis 2007 Kabarett-Duo Seibel & Wohlenberg mit Lüder Wohlenberg
Mit den Programmen „Kultmörder!“, „Für eine Hand voll Hirn“, „Keine Zeit für Höflichkeit“ und „HALB WISSEN – VOLL ZAHLEN“ Tourneen mit ca. 120 bundesweiten Auftritten pro Jahr
2005-2008 Zweitexistenz als Bruce Willis (u.a. als Sprecher und Autor der Radio-Comedyserie „Kollege Bruce“),
Jedes Jahr im Dezember + Januar "Jahresendabrechnung" - der politische Jahresrückblick im Duo mit Lüder Wohlenberg,
"Köln-Düsseldorfer" - Ensembleprogramm mit Martin Maier-Bode, Jens Neutag, Lüder Wohlenberg
2007-2009 Soloprogramm "Keine Gefangenen!", über 250 Auftritte bundesweit, Kabarettpreis "Kenzinger Original" 2009/2010,
Duoprogramm "Die Mutter aller Wahlen", Wahlkampf-Kabarett mit Martin Maier-Bode
seit 2009 Soloprogramm "Hurra! Hurra! Das Öl ist aus!", das einzige existierende Kabarettprogramm zum Ende des Ölzeitalters, bundesweit Auftritte in Kleinkunstbühnen sowie Seminaren und Umwelt-Symposien, leider jedoch nicht für Mineralölkonzerne. Größter Erfolg: Der Ausstieg der Bundesregierung aus der Atomkraft im Frühjahr 2011
2010/2011 Autor für die Distel in Berlin, u.a. Idee und Text für "Blond reloaded", September 2011
Oktober 2011: Premiere des Soloprogrammes "Das wird teuer!" - ein Polit-Handwerker greift durch, Regie Hans Holzbecher


Preise

Seibel & Wohlenberg gewannen u.a. den Reinheimer Satirelöwen, den Hasper Hammer und die St. Ingberter Pfanne.
Seibel allein bisher das Kenzinger Original.


Radio und TV

BR - Ottis Schlachthof (Solo- und Duoauftritte)
WDR - Mitternachtsspitzen
WDR - Mann an Bord
3Sat – Alles muss raus
div. Beiträge bei SWR, WDR, NDR, MDR und RBB Radio: HR3, Radio Salü, Radio1, Radio SAW etc.


Firmenreferenzen (Auszug):

Deutsche Bahn, BDO Deutsche Warentreuhand, Volkshochschule Ravensberg, Preisverleihungs-Gala der Fernsehkrimi-Nacht, Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden e.V., AWO Berlin, Institut für Bildung und Medien, DG Marketing + Kommunikation …


Bühnen: (Auszug)

Stollwerck, Köln - Burgtheater, Nürnberg - Wühlmäuse, Berlin - Senftöpfchen, Köln - Tak, Hannover - Käs, Frankfurt - Halb9, Darmstadt - Vorderhaus, Freiburg -Theater im Walzwerk, Pulheim - Orgelfabrik, Karlsruhe - Klapsmühl, Mannheim - Kochsmühl, Obernburg - Drehleier, München…


Wer stöbern will, hier ist noch mehr Vita:

Ich bin 1967 in München geboren und aufgewachsen erst in München, dann in Belgien und schließlich im Bergischen Land in der Nähe von Köln. Meine Jugend war in einer anderen Zeit. Wir hatten damals nichts. Es gab noch keine Handys. Wir hatten noch nicht einmal CDs. Wir hatten Musik-Cassetten. Die aus dem Radio aufgenommenen Stücke endeten meist mit dem Geräusch einer sich öffnenden Tür und der Stimme der Mutter "hast du deine Hausaufgaben schon gemacht?". Das Maximum der Technisierung der Welt war für uns durch die Erfindung des Überspielkabels eingetreten. Es war eine andere Zeit.

Es gab auch noch keine EC-Karten. Mit 15 fuhr ich mit einem Tramper-Ticket der Bahn durch Europa und hatte Traveller-Schecks dabei. Wenn man am Freitag Nachmittag vergessen hatte, einen Traveller-Scheck einzulösen, drohte man zu verhungern. Man konnte die Traveller-Schecks auch in Hotels einlösen, aber die nahmen dafür Gebühren in Höhe des Bruttosozialproduktes von Burkina Faso. Alle wollten so cool sein wie Jean-Paul Belmondo, und es wurde überall geraucht, sogar im Arztwartezimmer. Es war eine andere Zeit.

Die ersten darstellenden Künstler, die ich live auf einer Bühne sah, war mit 14 Jahren die Gruppe "Motörhead". Im Verlauf des Konzertes wurden mir von großen schwarzen Männern die Turnschuhe ausgezogen, und ich verlor Teile meines Gehörs. Aber Rock?n?Roll war das Größte! Ich interessierte mich noch nicht für politisches Kabarett. Ein großer Teil meiner Jugend bestand darin, gemeinsam mit Freunden den drohenden Weltuntergang zu beweinen und Computer für eine Erfindung von pickligen Junge-Union-Mitgliedern zu halten, die sich nicht durchsetzen wird. Es war die Zeit von Waldsterben, Tschernobyl, Nato-Doppelbeschluss, ein dicker Schwachkopf regierte, und ein junger Schwachkopf namens Thomas Gottschalk moderierte im Fernsehen "Ronnies Popshow". Wir hielten beide Schwachköpfe für Erfindungen, die sich nicht durchsetzen werden, und demonstrierten im Bonner Hofgarten für eine bessere Welt und weil da die coolsten Frauen rumliefen.

Kulturell sozialisiert wurde ich durch Hörspiel-Platten von Gerhard Polt. Das ist Kabarett? Das war großartig! Ich wußte nicht, ob ich Schauspieler, Kabarettist oder gar nichts werden will, aber ich habe zunächst mit drei theaterwahnsinnigen Freunden Dürrenmatt gespielt und Ionesco, wir haben Rezitationsabende gemacht und Tucholsky, Goethe, Heiner Müller, Shakespeare, Lou Reed, Tom Waits und selbsterzeugte E-Gitarren- und Saxofonklänge mit Polt-Sketchen gemixt, Hauptsache es war cool. Aber ich wollte lieber selbst etwas schreiben. Wir haben "Warten auf Godot" umgeschrieben und zu zweit gespielt. aber ich wollte lieber ganz alleine etwas schreiben. Das habe ich ab dem Alter von etwa 22 gemacht, nachdem ich Heinrich Pachl gesehen hatte. Der war da ungefähr so alt wie ich heute. Überhaupt galt für mich über mehrere Jahre hinweg: Politisches Kabarett ist, wenn Heinrich Pachl im Bonner Pantheon spielt. Ob man so etwas mal selbst ausprobieren kann?

Es ging lange nicht so richtig gut mit dem ausprobieren. Bzw. mit dem ausprobieren schon, es wurde halt nichts Rechtes draus. Hat aber Spaß gemacht. Heute schon eher. Hoffe ich zumindest. Ich arbeite immer noch dran. Immer. Inzwischen treffe ich Heinrich Pachl manchmal auf Fahrten zu Auftritten im ICE, und wir verbringen lustige Bahnfahrten miteinander. Es war ein langer Weg bis in den ICE, weil ich zwischendurch immer wieder mal nicht sicher war, ob ich Kabarettist sein oder lieber möglichst viele Wochen mit dem Motorrad durch möglichst viele Länder fahren will.

Mein Privatleben schirme ich erfolgreich von der Öffentlichkeit ab. Allein schon weil niemand etwas davon wissen will. Nur so viel: Man kann vom Kabarett leben und eine kleine Kernfamilie ernähren, wenn diese kleine Kernfamilie luxuriöse Ausschweifungen nicht ins Zentrum ihrer Lebensplanung stellt. Meine Tochter ist im Jahr 2000 geboren. Warten wir es ab, ob sie in der Pubertät Papas Job verflucht, weil ein paar Turnschuhe dann mehr kosten als eine mehrwöchige Tournee durch die Mehrzwecksäle Ostwestfalens einbringt. Natürlich ist Mario Barth ein Kotzbrocken. Aber wenn politisches Kabarett im Olympiastadion funktionieren würde, dann würde ich da zur Not auch mal spielen.

Im politischen Kabarett habe ich im Duo mit Lüder Wohlenberg sieben Jahre lang Erfahrungen gemacht. Im siebten Jahr haben wir unsere Ehe geschieden. Wir haben uns gegenseitig häufiger gesehen als unsere Frauen, und das kann keiner wollen, der heterosexuell veranlagt ist. Jetzt sehen wir unsere Frauen zwar auch nicht öfter, aber man kann sich ja trotzdem mal trennen. Mit der zeitlichen und räumlichen Trennung kommen wir so gut zurecht, daß wir weiter unsere Jahresendabrechnung zusammen machen.

Als Solist stelle ich nun seit Herbst 2007 Politik, Wahnsinn und Spaß auf die Bühne. Untrennbar auf prägende Weise damit verbunden ist Volker Diefes, mein wunderbarer Kollege, Blutsbruder und Regisseur. Ich darf an dieser Stelle sagen, dass ich noch nie in so kurzer Zeit so viel von und mit jemandem gelernt habe.
Ebenso untrennbar und prägend verbunden mit "Keine Gefangenen!" ist Bruce Willis. Von ihm habe ich auch gelernt: All die schlimmen Dinge in der Welt wahrnehmen. Und ihnen dann ein "Yippiayeah, Schweinebacke!" entgegenzuwerfen. Das ändert zwar nichts, tut aber gut.
Nicht erst seitdem weiß ich: Man kann mit Kabarett nicht die Welt retten. Aber es ist der schönste Job der Welt.
Die Welt rette ich auch nicht, indem ich beweihräuchere, daß das Öl zu Ende geht. "Hurra! Hurra! Das Öl ist aus!" ist ein Themenprogramm über ein düsteres Thema, dem ich auch viel Spaß abzugewinnen versucht habe. Ich denke, ich darf sagen es ist gelungen. In jedem Falle ist mir der Themenkomplex aus ökologischer Katastrophe, menschlichem Wahnsinn und gnadenlose Lobbyismus-Verstrickung eine Herzensangelegenheit, und außerdem macht´s sonst keiner auf der Bühne.
Die Themen Lobbyismus und wer eigentlich wie in der Politik Entscheidungen trifft, finden sich in meinem neuen Programm ab 2011 unter dem Leitfaden "Das wird teuer!" Diesmal unter der Regie von Hans Holzbecher, von dem ich nicht nur sehr viel gelernt habe, sondern auch, dass es noch viel zu lernen gibt. Mittlerweile ist er ein wunderbarer Freund und unbestechlicher Mitstreiter.

 

Und hier noch mehr tabellarische Vita:

1967 geboren in München
1969
Mondlandung im Fernsehen gesehen und gedacht "muß ich nicht haben"
1973-1975
Mengenlehre in der Schule
1976
Erste nennenswerte Bergwanderung unter dem gezielten Einfluß von Coca-Cola
1979
Ankauf der ersten Langspielplatte (Status Quo)
1980-1982
"Steppenwolf" von Hesse und "Die verlorene Ehre der Katarina Blum" in der Schule
1981
Reagan ist Präsident (vorher auch schon, aber erst jetzt mitbekommen), erstes Livekonzert, erste Rolling-Stones-Platte, Status Quo weggeschmissen
1982 Helmut Kohl für eine Erfindung gehalten, die sich nicht durchsetzen wird
1983
Gerhard-Polt-Hörspiele gehört
1984
Erstes Mal Sex (kein Zusammenhang zu 1983)
1984-1985
Kurvendiskussion in der Schule
1985
Erste eigene Wohnung, Führerschein, erstes Motorrad
1986
Abitur mit Stoffwechselkreislauf, planetarischer Zirkulation und kategorischem Imperativ, kurz nach Tschernobyl mit Freundin auf regennasser Wiese Blumen gepflückt
1988
Erstes Mal Dieter Hildenbrand und Heinrich Pachl auf Bühnen gesehen
1986-1990 Zivildienst, Auswanderungsversuch nach Kanada anch drei Monaten abgebrochen, teilrealisierte Berufsträume zwischen Schauspieler, Journalist, Logopäde, Taxifahrer und Werkszerklopper von abgelaufenen Milchtüten bei Tuffi, erste richtig geile Bergwanderung und erste richtig geile Motorradreise, außerdem "Wir können auch anders" von Detlef Buck im Kino gesehen
1990-1995 Produktionsfunktionen, Wohlstandsoptima und kognitive Dissonanz in der Uni
1991
Erstes Mal Boris Jelzin im Fernsehen gesehen und begriffen, was für Leute Atommächte führen
1992
Erstes Mal so richtig schlimm Schluß mit einer Freundin
1994
Erstes Mal ein Plakat für ein eigenes Kabarettprogramm drucken lassen
1995
Erstes Mal Frau des Lebens kennengelernt
1996
Erstes und letztes Mal Examen an einer Uni gemacht, erstes Mal bei der KSK gemeldet
1998
Gerhard Schröder wird Kanzler, Glaube an bessere Welt
1967-1999
Handys völlig bescheuert und überflüssig gefunden
1999
Glaube an bessere Welt weg und durch Dosenpfand ersetzt, erstes Mal Handy ausprobiert und seitdem ca. 4000 sms pro Monat
2000
Süßestes Kind der Welt geboren
2000 Leider auch zum ersten Mal George W. Bush im Fernsehen gesehen und gedacht "Im Westen und ohne Alkohol ist Führungspersonal aber auch nicht besser als damals Jelzin"
2001 Süßestes Kind der Welt sieht am 11. September zum erstem Mal fern und sagt dazu "Haus, heiß!"
2001-2005
In zahllosen Kabarett-Tourneen, Elternabenden und Elterninitiativen-Jobs begriffen, dass das Leben endlich und Zeit kostbar ist. Künstlerische Erleuchtungen durch Josef Hader, Volker Pispers, Georg Schramm, Sigi Zimmerschied u.a.
2006
Wie, ich muß wieder in die Schule?!? Nein, meine Tochter. Vor Schreck zum ersten Mal endgültig aufgehört zu Rauchen.
2007
Zum ersten Mal ein Soloprogramm gemacht, hinter dem ich heute noch stehe.
2008/2009 Zum ersten Mal Angst gehabt: Was mir alles passieren könnte - Finanzkrise, Hodenkrebs, selbst Guido Westerwelle könnte Außenminister werden.
2009/2010 Zum ersten und zweiten Mal selber im Fernsehen gewesen und danach anschauen können ohne "Oh mein Gott" zu denken. Im September Wahlergebnisse gesehen und gedacht "Oh mein Gott, jetzt IST der Außenminister!" Zwar immer noch weltweit Finanzkrise, dafür ich aber immer noch keinen Hodenkrebs. Zum ersten Mal keine Chance mehr gegen Tochter gehabt, und zwar in einem Nintendo-DS-Spiel.
2011 Voller Erfolg mit der seit 2009 gespielten Atomkraft-Nummer im Öl-Programm: Bundesregierung steigt aus der Atomkraft aus! Warum braucht deutsche Politik immer eine Katastrophe, bis sie handelt? Muss umschreiben und mache dann gleich weiter, neues Programm.